Die Nebenbahn Wutzlhofen - Falkenstein
von Franziskus Müller
Entstehungsgeschichte
Bereits im Jahr 1879 bemühten
sich einige Falkensteiner Bürger um die Errichtung einer Lokalbahnstrecke
nach Falkenstein. Da im Zuge der Neuorganisation des Gerichtswesens
das Landgericht an das Amtsgericht Roding abgegeben werden mußte,
wollte man auf diese Weise die wirtschaftliche Bedeutung Falkensteins
wiederherstellen. Aber erst im Jahr 1896 gründete man ein Bahnbaukomitee,
welches in den nächsten 10 Jahren mehrere Petitionen an den Landtag
schickte. Wie bei vielen Lokalbahnprojekten, führten auch hier
auseinanderstrebende Interessen verschiedener Orte zu mehreren Trassenvorschlägen.
So forderten Nittenau und Roding die Errichtung der Strecke durch das
Regental. Auch ein Anschluß an die Walhallabahn wurde erwogen.
Als geeignetste Trasse wurde schließlich die später realisierte
Streckenführung über Bernhardswald, Roßbach und Schillertswiesen
erachtet, die im Bahnhof Wutzlhofen von der Hauptstrecke Regensburg-Weiden
abzweigte. Aber erst im Jahr 1900 ließ die Generaldirektion wirtschaftliche
Untersuchungen einleiten, nachdem auch die Regierung der Oberpfalz sowie
die Stadt Cham und weitere Gemeinden interveniert hatten. Hierbei wurde
gefordert, die Strecke von Falkenstein nach Cham zu verlängern.
Dies wurde allerdings abgelehnt.
Wieder gingen mehrere Jahre in Land, ohne daß etwas geschah. Die
Interessenten wurden unter Hinweis auf Personalmangel, ungeklärter
Projektierung, ungeklärter Grunderwerbskostenübernahme etc.
immer wieder hingehalten. Erst nach verbindlicher Zusicherung von erheblichen
finanziellen Eigenleistungen seitens der beteiligten Gemeinden wurde
die Lokalbahn Wutzlhofen - Falkenstein endlich im Jahr 1908 in den Gesetzentwurf
aufgenommen.
Der Bau der Strecke begann im Juli 1912 und war
bereits am 22.12.1912 vollendet. Die Strecke kostete 2455017 Mark, in
diesem Betrag sind aber die erheblichen Eigenleistungen, wie kostenlose
Schotterlieferungen des Steinbruchs Schwinger aus Roßbach, nicht
enthalten.
Streckenbeschreibung
Die Strecke verband Regensburg nicht
auf dem direkten Weg mit Regensburg: während Falkenstein per Luftlinie
nur 25 km entfernt ist, betrugt die Streckenlänge 35,4 km. Dies
ist im Verlauf der Strecke über das relativ nördlich gelegene
Roßbach begründet. Da die Strecke größtenteils
als Radweg erhalten ist, läßt sich mit dem Fahrrad gut abfahren.
Verzichtet man auf den bequemen Weg, sich vom Radl-Bus nach Falkenstein
fahren zu lassen, sondern fährt stattdessen von Gonnersdorf (Beginn
des Radwegs) nach Falkenstein, wird deutlich, warum manche Dampflok-geführten
Züge für die Strecke die gleiche Zeit benötigten, wie
heute ein einigermaßen trainierter Radfahrer. Neben den Unterwegshalten,
eventuell noch mit Rangieraufenthalten, waren dafür sicherlich
die doch recht kräftigen Steigungen und die teilweise recht engen
Kurven verantwortlich. Zudem sorgten Weg- und Straßenübergänge
für Langsamfahrstellen. Auch dürften die im Wald verlaufenden
Abschnitte, speziell bei nasser Witterung oder herbstlichem Laubfall,
so ihre Tücken gehabt haben. Das abwechslungsreiche Landschaftsbild
entschädigt aber noch heute für die Mühe, die Strecke
mit dem Rad hinauf zu fahren.
Die Strecke folgte nach dem Abzweig in Wutzlhofen
zunächst dem Wenzenbach. Hinter dem Ort Wenzenbach lief die Strecke
teilweise durch Wald und kreuzte mehrmals den Wenzenbach bzw. einen
von diesem abzweigenden Kanal zu einem kleinen Wasserkraftwerk. Hier
stieg die Strecke bis Bernhardswald (km 9) zum erstenmal kräftig
an, von 350 auf 400 Metern in 4 km, wobei zwischendrin ein Abschnitt
mit 25 Promille bewältigt werden muß. Hinter Bernhardswald
steigt die Strecke, Wiesen und Weiden passierend, gemächlich weiter
an, bis bei km 13,6 Hauzendorf erreicht ist. Das ehemalige Bahnhofsgebäude
ist heute, schön restauriert, als Radlbahnhof eine wichtige Zwischenstation,
da auch Radfahrer gelegentlich verbrauchte Flüssigkeit ergänzen
müssen. Nach Hauzendorf steigt die Strecke die nächsten 8
km ununterbrochen bis Roßbach an. Die Landschaft ist hier sehr
abwechslungsreich, teils verläuft die Strecke wieder durch Wiesen,
teils durch Wald. Unterwegs wird Lambertsneukirchen passiert, hier sind
heute einige Relikte aus der Lokalbahnzeit, wie Granitschwellenblöcke,
Räder, Zettelhalter und Signaltafeln ausgestellt. Bei km 21 ist
der Ort Roßbach erreicht. Hier, am nördlichsten Punkt der
Strecke, befand sich der schmalspurige Anschluß des Granit- und
Schotterwerks Schwinger. Dieser war aufgrund seines hohen Frachtaufkommens,
von großer wirtschaftlicher Bedeutung für die Bahn. Das hölzerne
Bahnhofsgebäude wurde nach der Streckenstillegung noch eine Zeit
als Getränkemarkt genutzt. Im Zuge von Neubaumaßnahmen wurde
es erst im Sommer 1998 abgerissen. Hierbei wurde auch der Radweg verlegt.
Hinter Roßbach verlief die Strecke in südöstliche Richtung
und stieg weiter an, bis bei km 23,8 bei Hetzenbach der höchste
Punkt (Wasserscheide, 606,86m) erreicht war. Von hieraus verlief die
Strecke, durch Hochwald und an sumpfigen Wiesen vorbei, nach Schillertswiesen,
hierbei verlor sie wieder etwas an Höhe. Auf den letzten Kilometern
nach Gfäll geht es wieder leicht aufwärts, durch den Wald
und parallel zur Staatsstraße entlang wird Schergendorf passiert,
bis bei km 36 Falkenstein erreicht ist.
Die Bahnhofsanlagen waren typisch für bayerische
Nebenbahnen: die Stationen Wenzenbach, Bernhardswald, Hauzendorf und
Gfäll wiesen die typische Gleisanlage mit Ladegleis als Parallelgleis,
zwei Weichenverbindungen und zwei Stumpfgleisen auf. Bahnhofsgebäude
waren die typischen Holzgebäude mit Agenturraum und Güterhalle,
wie sie an so vielen Bayerischen Nebenstrecken anzutreffen waren. Regionalspezifisch
war das Gebäude allerdings mit einem biberschwanzgedecktem Walmdach
ausgestattet. Noch einfacher waren die Bahnhöfe Lambertsneukirchen
und Schillertswiesen, die nur über eine Weichenverbindung zum Parallelgleis
verfügten.
Der Bahnhof Roßbach dagegen verfügte wegen seines umfangreichen
Ladungsverkehrs über vier parallele Gleise. Neben Holz, Vieh und
anderen landwirtschaftlichen Gütern war das wichtigste Umschlaggut
der Schotter aus dem Steinbruch der Fa. Schwinger. Die Felsbrocken wurden
mit einer Lorenbahn aus dem Steinbruch zur Brecheranlage transportiert,
die unmittelbar neben dem nördlichsten Ladeglas lag. Auch das Roßbacher
Bahnhofsgebäude war aus Holz, der Bedeutung des Bahnhofs entsprechend
allerdings größer. Nach der Ausstattung des Bahnhofs mit
Einfahrsignalen wurde es mit einem Stellwerksanbau ausgestattet.
Als Endbahnhof mit ebenfalls umfangreichem Ladungsverkehr war Falkenstein
ebenfalls mit vier Parallelgleisen ausgestattet, zudem führte die
Verlängerung des Streckengleises zu einem großen Baywa-Lagerhaus).
Auch ein zweiständiger Lokschuppen gehörte zur Ausstattung
des Endbahnhofes. Dieser Schuppen ist ebenfalls in "typischer bayerischer
Nebenbahnbauart mit Walmdach und Holzvertäfelung erstellt worden
und existiert heute noch. Das Bahnhofsgebäude war in Steinbauweise
ausgeführt, aber ebenfalls nur eingeschossig. Dieses Gebäude
fiel ebenso wie die Güterhalle nach der Stillegung der Spitzhacke
zum Opfer. Interessanterweise ist das Bahnhofsgebäude von Gfäll
als einziges Bahnhofsgebäude an der Strecke in Steinbauweise und
zweigeschossig errichtet worden. Zudem steht das Gebäude im rechten
Winkel zur Gleisanlage (und zur angebauten hölzernen Güterhalle).
Dieses Gebäude steht heute noch, allerdings wurde vor kurzem der
aufgemalte Stationsname entfernt.
Bedeutung der Strecke
Der lange Zeitraum zwischen den ersten
Anträgen und der tatsächlichen Realisierung der Strecke mag
auch in Zweifeln der Generaldirektion an der Rentabilität der Strecke
mitbegründet sein. Schließlich gab es im Einzugsgebiet der
Strecke kein nennenswertes industrielles Frachtaufkommen, vom Granit-
und Schotterwerk Schwinger in Roßbach abgesehen. So argumentierten
die Initiatoren der Bahn auch mit der möglichen Ausfuhr landwirtschaftlicher
Produkte sowie Vieh, Kartoffeln, Holz oder Waldfrüchten aus dem
vorderen Bayerischen Wald. Wichtig war auch die Möglichkeit, Kalk,
Kunstdünger, Baustoffe wie Ziegel oder Backsteine sowie landwirtschaftliche
Maschinen zu "importieren". So war auch das Baywa-Lagerhaus
in Falkenstein der letzte und treueste Kunde bis zu Stillegung der Strecke.
Eine weitere Bedeutung wuchs der Bahn in Form des Tourismus in den Vorderen
Bayerischen Wald zu, der in den zwanziger Jahren einsetzte und auch
entsprechend beworben wurde. In der unmittelbaren Nachkriegszeit ersetzten
zunächst die Hamsterer die Sommerfrischler. Mit der zunehmenden
Motorisierung ging die Anzahl der Ausflügler, die die Bahn für
ihren Ausflug benutzten, immer mehr zurück.
Auch die Rolle der Eisenbahn für die Mobilität
der Bewohner des vorderen Bayerischen Waldes verdient es, näher
betrachtet zu werden. Vor dem Bau der Strecke war es fast unmöglich,
an einem Tag nach Regensburg und zurück zu reisen. Entweder mußte
man in aller Herrgottsfrühe mit der Postkutsche nach Roding und
von dort mit dem Zug über Schwandorf nach Regensburg fahren, oder
man fuhr mit der Kutsche nach Donaustauf und von dort mit der Walhallabahn
nach Regensburg. Aber auch nach Verlängerung der Walhallabahn bis
Wörth mußte man Falkenstein mit der Kutsche bereits um zwei
Uhr früh verlassen, um der Frühzug in Wörth zu erreichen.
In Regensburg, genauer gesagt in Stadtamhof, war man dann um acht Uhr
früh. Das gleiche Procedere rückwärts erforderte die
Heimfahrt: 18 Uhr ab Stadtamhof, 20 Uhr Wörth, dann mind. drei
Stunden Fahrt mit der Kutsche nach Falkenstein. Die Lokalbahnzüge
der zwanziger Jahre schafften die Strecke in 2 Stunden und zwanzig Minuten,
in den fünfziger Jahren in zwei Stunden. Daran sollte erinnert
werden, wenn heutigen Automobilisten eine Fahrzeit von Regensburg nach
Falkenstein von dreißig Minuten zu lang ist.
Betriebsabwicklung und Fahrzeuge
Bei der Eröffnung waren drei Lokalbahntenderloks
der Baureihe D IX eingesetzt. Zunächst reichten acht Lokalbahnwaggons
für den Personenverkehr aus. Die Lokomotiven (und natürlich
auch das Personal) übernachteten in Falkenstein, hierzu hatte man
einen zweiständigen Lokschuppen errichtet. Außerdem befand
sich in Falkenstein auch ein Kohlenbunker, der allerdings im Normalfall
nicht benutzt wurde, da der Kohlevorrat für Hin- und Rückfahrt
reichte. Problematischer war die Wasserversorgung, vor allem zu trockenen
Jahreszeiten. Dann mußte eigens ein Wasservorrat nach Hauzendorf
und Roßbach geschleppt werden. Auf dieser Strecke mußte
eine Lokomotive unterwegs zweimal Wasser nachfassen. Der Bahnhof Roßbach
hatte hierzu einen "Wasserturm", in dessen Erdgeschoß
auch das WC untergebracht war.
In den Anfangsjahren fuhren morgens zwei Pendlerzüge
von Falkenstein nach, Regensburg und abends wieder zurück. Zunächst
wurden den Zügen auch Güterwaggons beigestellt. Dies sorgte
durch die notwendigen Rangierarbeiten natürlich für lange
Fahrzeiten. In den zwanziger Jahren verkehrten dann auch Güterzüge.
Zudem fuhren die Züge dann bis zum Regensburger Hauptbahnhof durch,
dies ersparte das Umsteigen in Wutzlhofen. Trotzdem dauerte noch in
den 40 er Jahren eine einfache Fahrt mehr als zwei Stunden. In den dreißiger
Jahren versuchte die DRG, durch den Einsatz von Dieseltriebwagen den
Betrieb auf den Nebenbahnen zu beschleunigen und wirtschaftlicher zu
gestalten. So kamen auch auf der Falkensteiner Strecke VT 133 und 135
zum Einsatz. Zu Beginn des zweiten Weltkriegs wurden die Triebwagen
wieder abgestellt, da der Triebstoff für militärische Zwecke
vorbehalten war. Erst in den 60er Jahren befuhren in Gestalt des Nebenbahnretters
VT 95 bzw. VT 98 wieder Dieseltriebwagen die Strecke.
Nachfolger der DXI- Dampfloks wurden zunächst die Loks der Baureihe
GtL 4/5 mit Nachlaufachse, Reichsbahn-Nr. 98.10. Auch diese Maschinen
wurden, wie die D XI, im Güter- und Personenverkehr eingesetzt.
Auch Loks der Baureihe PtL 2/3 bzw. BR 70 wurden eingesetzt, diese allerdings
nur im Personenverkehr.
Bis zum Jahre 1955 bestanden auch die Wagengarnituren noch aus Länderbahnwaggons.
Danach kamen Einheitspersonenwagen ("Donnerbüchsen")
zum Einsatz, ergänzt um Postwagen des Typs Pw Posti 34.
Ab Juli 63 wurden die Züge aus Dreiachs-Umbauwagen (5 By3g- + BDy3g)
gebildet, Zugloks waren Maschinen der Einheitsbaureihe 64. Später
wurden Vierachs-Umbauwagen By4g bzw. BDy4g sowie gelegentlich „Silberlinge“
eingesetzt, gezogen von Maschinen der Baureihe V 100 bzw. 211.
Fallweise wurden später auch Maschinen der Baureihe 218 eingesetzt,
u.a. vor Pilgerzügen oder Schülersonderzügen. Vor Güterzügen
wurde gelegentlich die BR 217 eingesetzt.
Von den 50er bis in die 70er Jahre wies der Fahrplan fünf, zeitweilig
sechs Zugpaare auf. Die Früh- und Spätzüge des Berufsverkehrs
waren dabei lokbespannte Züge, während tagsüber Schienenbusse
eingesetzt wurden. Die Garnituren „übernachteten“ in
Falkenstein.
Mit wachsendem Individualverkehr und damit sinkenden Fahrgastzahlen
wurde der Fahrplan in den achtziger Jahren auf drei Zugpaare ausgedünnt.
Im Güterverkehr spielten landwirtschaftliche
Produkte bzw. Rohstoffe die Hauptrolle. Als Besonderheit seien hier
Beeren und Pilze erwähnt, die in den 50 Jahren waggonweise "exportiert"
wurden. Das Baywa-Haus in Falkenstein erhielt Landmaschinen, Kohlen
und Weizen sowie Kalk über die Schiene. Ein großer Verladebahnhof
war auch Roßbach. Hier wurden Schotter und Steine aus den nahegelegenen
Granitsteinbrüchen verladen, aber auch Holz aus den Waldbesitzungen
der Fa. Richtberg. Auch hier wurden landwirtschaftliche Güter sowie
Schwarzbeeren verladen. So waren vor allem die verschiedenen offenen
Hoch und Niederbordwagen sowie geschlossenen Güterwagen im Einsatz,
ferner Drehschemelwagen (zum Holztransport), Kalkwagen. Spezialwaggons
wie Kühlwägen, Kesselwägen außerdem vierachsige
Güterwaggons kamen erst in den sechziger Jahren häufiger auf
die Strecke.
Der Betrieb wurde als vereinfachter Nebenbahnbetrieb
abgewickelt. Sämtliche Weichen (natürlich mit Ausnahme des
Abzweigbahnhofs Wutzlhofen) waren ortsgestellt. Ausfahrsignale waren
nicht vorhanden. Der Bahnhof Roßbach wurde später mit Einfahrsignalen
versehen.
Die Stillegung
Das Ende der Strecke stellt nach Meinung
etlicher Autoren ein besonders krasses Musterbeispiel dafür dar,
wie die DB bei ihrem Rückzug aus der Fläche Strecken systematisch
durch ungünstige Fahrplangestaltung, Busparallelverkehr und mangelnden
Streckenunterhalt herunterwirtschaftete, um sie Stillegen zu können.
Bereits zu Beginn der sechziger Jahre wurden einige Stationen zu Haltestellen
zurückgestuft, auch wurden Weichen und Ladegleise rückgebaut,
um Unterhaltskosten zu sparen. Da auch in den Erhalt des Oberbaus in
den letzten 10 Jahren vor der Stillegung nicht mehr investiert wurde,
machten Langsamfahrstellen und damit Fahrzeitverlängerungen die
Benutzung der Bahn noch unattraktiver.
Das Fahrgastaufkommen war seit Beginn der siebziger Jahre stetig zurückgegangen:
von 530 Reisenden (werktags) im Jahr 73 auf 172 (werktags) im Jahr 82.
Auch die Bedeutung für den Ausflugsverkehr war mit der wachsenden
Automobilisierung ständig zurückgegangen. Allerdings wurde
noch 1981 nur eine Teilstillegung im Personenverkehr zwischen Roßbach
und Falkenstein angedacht, da das Schotterwerk Schwinger in Roßbach
sowie das Baywa-Lagerhaus in Falkenstein noch für ein beträchtliches
Frachtaufkommen sorgten. Doch bereits im Jahr 1983 wurde der Stillegungsantrag
der DB vom Verkehrsministerium gebilligt. Der Personenverkehr wurde
mit Wirkung zum 2.Juni 84 eingestellt, die Gesamtstillegung zwischen
Wenzenbach und Falkenstein erfolgte am 1.Juni 1985. Das letzte Stück
von Wutzlhofen nach Wenzenbach wurde zum 31.5. 86 stillgelegt. Von August
bis November 86 wurde die Strecke abgebaut.
Die Nachfolge des Falkensteiner Bockerls haben Linienbusse übernommen,
die während der Saison als Radlbusse einen Transportanhänger
für Fahrräder mitführen. So können auch untrainierte
Radfahrer die Strecke talwärts befahren. Angesichts des zunehmenden
Straßenverkehrs mag sich aber so mancher staugeplagte Pendler
insgeheim die Schienen zurückwünschen, befahren von modernen
Nahverkehrstriebwagen, die ihn ohne Stau nach Regensburg bringen. Zu
spät!